Evangelische Allianz

 

In unserer "kleinen Allianz vor Ort" (Ev.-Freikirchliche Gemeinde Augustfehn, Ev.- luth. Kirchengemeinde Detern und Ev.- luth. Kirchengemeinde Hollen) sind wir schon über Jahrzehnte mit der Deutschen Evangelischen Allianz verbunden. In der zweiten vollen Januarwoche eines jeden Jahres gestalten wir miteinander die so genannte "Allianz-Gebetswoche". Im Mai 2008 feierten wir am Dorfteich unseren Allianz-Gottesdienst und am 13. September 2009 planten wir im Rahmen unserer Allianz vor Ort einen Allianz-Gottesdienst in der Turnhalle in Detern. Während unserer Bibelwoche 2008 hatten wir Pastor Reinhard Holmer (er ist der Direktor des Evangelischen Allianzhauses in Bad Blankenburg/Thüringen) unter uns als Referenten.

 

 

Weil uns diese Kontakte so vertraut sind, machen wir uns oft keine Gedanken darüber, aus welcher Motivation heraus die Deutsche Evangelische Allianz ihre Arbeit tut. Deshalb im Folgenden einige kurze Erläuterungen zu der Deutschen Evangelischen Allianz:

 

 

Gemeinsam glauben – miteinander verbinden


Unter diesem Motto versteht sich die Evangelische Allianz als ein Netzwerk. Evangelisch-reformatorisch gesinnte Christen aus den verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften wissen sich im gemeinsamen Glauben verbunden. In vielen freien Werken sind sie aktiv. Die Deutsche Evangelische Allianz hält zu 342 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. Aber die Evangelische Allianz wird auch vor Ort in 1.105 Orten in Deutschland konkret gelebt.
Als Deutsche Evangelische Allianz sehen wir den Auftrag, diese Verbindungen zu pflegen und über dieses Netzwerk auch immer wieder neue Impulse zum gemeinsamen Dienst zu vermitteln.

 

 

Die Evangelische Allianz als Bewegung


In ihr pflegen Christen über ihre Zugehörigkeit zur eigenen Gemeinde hinaus Gemeinschaft mit anderen Christen aus anderen Denominationen. Dies ist möglich, soweit solche Kirchengemeinschaften nicht für sich und ihre Erkenntnisse die Ausschließlichkeit beanspruchen und auch nicht durch Überbetonung einzelner biblischer Erkenntnisse dem neutestamentlichen Gesamtzeugnis widersprechen bzw. durch ungeistliches Konkurrenzstreben die geistliche Gemeinschaft gefährden. Wir wollen die geistliche Einheit aller, die von Herzen an Jesus Christus glauben, bewusst machen. Wir ermutigen und helfen zu gemeinsamem Gebet und zu gemeinsamen evangelistischen, seelsorgerlichen und diakonischen Aufgaben. In den Allianzkreisen, die sich auf Orts- und mitunter auch auf Regionalebene treffen, kann nur mitarbeiten, wer der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz zustimmt. Auch zu Verkündigungsdiensten im Rahmen der Evangelischen Allianz soll nur eingeladen werden, wer sich persönlich mit dem Selbstverständnis der Evangelischen Allianz - und das bedeutet in erster Linie mit der Glaubensbasis - identifizieren kann.


Wer mehr Informationen über die Arbeit der Evangelischen Allianz erhalten möchte, hat über das Internet oder über die Postanschrift unter folgender Adresse die Möglichkeit dazu:
Internet: www.ead.de
Post:        Deutsche Evangelische Allianz
                 Esplanade 5 – 10 a
                 07422 Bad Blankenburg

 

 

Eine Historische Einordnung

Im Jahr 1846 trafen sich aus 12 Nationen 921 Delegierte aus 52 reformatorischen Kirchen unter der Leitung von Thomas Chalmes (Mitbegründer der schottischen Freikirche) in London. Grund des Treffens war die zunehmende Säkularisierung (Verweltlichung der Kirchen), die immer leerer werdenden Kirchen und die Infragestellung der Bibel. Die Vertreter der Kirchen sahen die Notwendigkeit zu einer engeren Zusammenarbeit, um so der Zersplitterung der Kirchen entgegen zu wirken. Diese engere Zusammenarbeit sollte durch den Beschluss zur Durchführung einer jährlich wiederkehrenden Gebetswoche in der zweiten Januarwoche ein Gesicht bekommen. Mit der Einführung der jährlichen „Allianzgebetswoche“ und dem Beschluss zu einer engeren Zusammenarbeit der in London vertretenen Kirchen wurde 1846 die weltweite Evangelische Allianz gegründet. Eingebunden in die internationale Evangelische Allianz ist der Zweig der "Deutschen Evangelischen Allianz". Sie ist ein Zusammenschluss evangelisch und vor allem evangelikal gesinnter Christen, verschiedener Gemeinden und Gruppen.

Was hat der historische Rückblick mit unseren Gemeinden vor Ort zu tun?
In der Chronik der Kirchengemeinde und in der Festschrift zum 100-jährigen Kirchenjubiläum in Hollen wird berichtet, dass 1924 der neu eingeführte Pastor Bruns „revolutionär“ in das Gemeindegeschehen eingriff. Hierzu einen Auszug aus der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Hollener Kirche von Georg Collmann: "Was geschah in den Jahren nach 1924? Pastor Bruns, selber noch jung und voller Ideen, dazu erfüllt von dem Gedanken, den Menschen auf alle erdenkliche Weise das Evangelium nahe zu bringen, kämpfte mit Vorurteilen, festgefahrenen Meinungen und traditionellen Verkrustungen in unserer Kirchengemeinde Hollen - und darüber hinaus. So suchte er gleich zu Beginn seiner Amtszeit, die bestehende Abgrenzung zu anderen Gemeinden und Gemeinschaften (die evangelisch reformierte und freikirchliche Gemeinden in Südgeorgsfehn) abzubauen und die jeweiligen Pastoren und Prediger zu einem Miteinander als Brüder des einen Herrn zu ermuntern. Die Tragweite dieses Handelns ist uns heute gar nicht recht bewusst. Aber stellen Sie sich bitte einmal Folgendes vor: Sie wären Glied der Gemeinde und hätten in den vergangenen 30 Jahren Sonntag für Sonntag - Jahr für Jahr also rund 1600 mal ohne Unterbrechung oder Abwechslung immer nur den Ortspastor auf der Kanzel gehört. Und dann müssten Sie sich plötzlich an einen neuen Pastor gewöhnen, der außerdem noch ein reformierter Pastor ist, z. B. Pastor Oltmann aus Loga. Und er predigte eine ganze Woche lang, Abend für Abend von der Hollener Kanzel. Das war in der damaligen kirchlichen Landschaft von Ostfriesland revolutionär".
Für eine stark lutherisch geprägte Gemeinde war die Zusammenarbeit mit Pastoren und Gemeinden anderer Konfessionen eine große Herausforderung. Die damalige Gemeindeleitung hat sich der Herausforderung gestellt, und die segensreichen Spuren sind bis heute erkennbar. Weiter wird in der Kirchenchronik über eine intensive Gebetsarbeit berichtet. Eine Einladung des derzeitigen Baptistenpastors von Südgeorgsfehn zum 50-jährigen Jubiläum der Hollener Kirche spiegelt ein gutes Einvernehmen der Gemeinden untereinander wider. Das, was die Delegierten 1846 in London ins Leben gerufen haben, wird 100 Jahre später mit unseren Nachbargemeinden praktiziert. 1949 ist in der Hollener Gemeindechronik zu lesen: "Zu Anfang des Jahres beteiligen sich, wie es nun schon lange Sitte ist, manche Gemeindeglieder an der Allianzgebetswoche".
In einer Chronikeintragung von 1942 berichtet Pastor van Dieken von einer stattgefundenen Evangelisation in der Baptistenkapelle in Südgeorgsfehn. Diese Evangelisation, so schreibt er, war die Vorarbeit und der Anlass für die nachfolgende Erweckung unter der Jugend in unseren Kirchengemeinden. Aus der Zeit berichtet Pastor van Dieken: "Die Schulkinder aus unserer und der Baptistengemeinde fragten auf dem Schulweg: ‚Hast du Frieden mit Gott?’ ‚Hast du einen Heiland?’" Den Chronikaufzeichnungen zu entnehmen war es eine sehr bewegte Zeit in unseren Gemeinden. Später kamen die Ev.-luth. Kirchengemeinde und die Landeskirchliche Gemeinschaft aus Detern zu unserer Allianzarbeit hinzu.

Was bedeutet die Allianzgebetswoche heute für uns?
Unsere Beobachtung der letzten Jahre lässt erkennen, dass die angebotene Allianzgebetswoche weniger besucht wird; mit der besonderen Feststellung, dass junge Erwachsene sich zunehmend weniger beteiligen. Das verantwortliche Leitungsteam der örtlichen Allianz möchte den ursprünglichen Leitgedanken der Allianzarbeit in unseren beteiligten Gemeinden vor Ort wieder mit mehr Leben füllen. Wir möchten dafür werben, dass in unseren Allianzgemeinden das gemeinsame Gebet wieder Generations- und Gemeindegrenzen übergreifend durch die Allianzgebetswoche zu einer gemeinsamen Gebetsbewegung wird - eine Gebetsbewegung wie zu der eingangs beschriebenen Erweckungszeit. Lassen Sie sich, lasst Euch motivieren, die Allianzgebetswoche auch als Chance des gemeinsamen Gebetes zu nutzen.


Anton Park